Hinweise auf Bedürfnisse in der Pflege von Hindus

Zu beachten ist, dass Hindus keine homogene Gemeinschaft sind, sondern aus verfällig unterschiedlichen Traditionen kommen. Die Erfordernisse werden sehr unterschiedlich sein. Es wäre darum wichtig, dass Sie sich immer wieder neu erkundigen und mit Patienten sowie Angehörigen im ständigen Kontakt sind.
Hier gilt mehr als sonst: Das psychische Wohlbefinden jedes Patienten ist für seine allgemeine körperliche Gesundheit von grosser Bedeutung.

 Was gibt es bei der Pflege zu beachten?

Körperpflege ist für Hindus besonders wichtig. Die tägliche Dusche (zumindest eine Ganzkörper-Waschung) und zweimalige Mundpflege immer ermöglichen, wenn nicht medizinische Einwände dagegen bestehen.

 Intimsphäre im Spital

Es gibt normalerweise keine Einschränkungen ob sich eine Frau von einem männlichen oder weiblichen Arzt untersuchen lässt. Aber auch hier gibt es Ausnahmen in der Tradition.
Körperpflege durch einen männlichen Pfleger jedoch können indische Frauen nicht akzeptieren. Prinzipiell ist das Schamgefühl bei den meisten sehr ausgeprägt und solche Situationen bedeuten für sie erheblichen Stress. Für das Pflegepersonal mögen diese Dinge Kleinigkeiten sein, welche die Routine im Alltag st�ren – für eine indische Frau kann davon ihr Wohlbefinden im Spital entscheidend abhängen.

 Essen

Die Essensgewohnheiten von Hindus können sehr unterschiedlich sein � dennoch sind sie für die jeweilige Tradition unbedingt verbindlich. So sind etwa viele Hindus Vegetarier, und diese Kost ist ihnen auch hier im Westen sehr wichtig. Die Mehrheit wird aber trotzdem Fleisch essen. In einigen Traditionen isst man auch weder Ei (und sämtliche Produkte daraus) noch Zwiebeln und Knoblauch (wird in Österreich eher selten vorkommen). Man sollte Hindus prinzipiell nach Einschränkungen im Hinblick auf das Essen fragen!

Rindfleisch und alle Produkte daraus (Suppen, So�en, Wurst etc.) sind für Hindus traditionell tabu.
Vielleicht haben Sie schon beobachtet, dass Inder sich Essen ins Spital mitnehmen. Das hat nicht nur kulturell/religiöse Gründe, aber wenn nicht medizinische Bedenken dagegen sprechen, sollte es gestattet sein.

 Beratung hinsichtlich Essen wichtig!

Stellt ein Patient seine Mahlzeiten mit Hilfe einer Karte selbst zusammen, wird er das Richtige wählen. Jemand vom Pflegepersonal wäre aber möglicherweise als Berater wichtig, damit er sich unter den Speisen etwas vorstellen kann. So bringt etwa nicht jeder Tafelspitz mit Rindfleisch in Verbindung und auch, dass viele Suppen auf Rindfleischbasis bestehen, ist nicht jedem bekannt.

Für Vorbereitung auf das Sterben siehe das dafür vorgesehene Hinweisblatt!

September 2010


HINDUISTISCHE RELIGIONSGESELLSCHAFT in ÖSTERREICH (HRÖ)
In Zusammenarbeit mit Aswattha-Forum zur Integration von Hindus in Österreich
Verantwortlich: Christina Kundu (Obfrau Aswatthaforum u. stellv. Generalsekretärin HRÖ),
Tel: (01)263 78 59 oder 0699/13021970 oder 0699/12637859 – e-mail:
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