Hinweise zur Vorbereitung auf das Sterben

Hinduismus ist eine vielfältige Religion mit sehr unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Darum können je nach Glaubensrichtung und nach lokalen Traditionen die Bedürfnisse von Hindu-Patienten sehr unterschiedlich sein.
Prinzipiell immer mit den Angehörigen Wünsche und Notwendigkeiten abklären!
Möglicherweise werden Patienten ihre speziellen Wünsche nicht von selbst an Sie heran tragen. Wenn Sie aber im Anlassfall als Pfleger/Pflegerin oder Arzt/ärztin von sich aus nachfragen, können Sie allen Beteiligten die Situation erheblich erleichtern.
Hindus glauben an den Kreislauf von vielen Geburten (Wiedergeburt). Danach ist die Art wie jemand stirbt wichtig für das Wohl des Individuums nach dem Tod des Körpers.
Religiöse Riten sind darum nach dem Tod, aber auch vorher, für viele eine wichtige Unterstützung.

 Grundsätzlich ist der Sterbe-Raum angenehm zu gestalten, etwa mit Blumen, wenn möglich ein Räucherstäbchen etc.

 Auf Wunsch, bzw. wenn keine Angehörigen da sind, sollte man einen Priester zu rufen. Vielleicht besteht auch der Wunsch, einen kleinen zeremoniellen Gottesdienst, eine Puja, durchzuführen.

 Wenn Angehörige und Patienten es wünschen, sollte man Gelegenheit geben, eine kleine Zeremonie zu machen, deren Bedeutung in etwa der Krankensalbung bei den Katholiken entspricht. Die Zeremonie kann nicht nur vom Priester durchgeführt werden, Angehörige oder Freunde können es ebenso tun (Gangeswasser, das wichtige „Weihwasser“, wird von uns auf Wunsch bereitgestellt):

Unter Segens-Gebeten gibt man einige Tropfen Gangeswasser und ein Blatt einer heiligen Pflanze, ein Tulsi, in oder auf den Mund. Unter dem Klang einer kleinen Glocke wird der Kranke mit dem Schwenken eines kleinen Lichtes gesegnet (kleine Butter- oder �llampe, evtl. eine Kerze) und ein Stirnpunkt gegeben.

Besonders wichtig und hilfreich wäre es, wenn Sie dazu die notwendige Ruhe und den Respekt der Au�enstehenden sichern könnten.

 Wenn ein Hindu im Sterben liegt, ist zu erwarten, dass viele Angehörige, Freunde und Kollegen kommen. Ãœblicherweise nimmt jeder vom Sterbenden Abschied, nicht erst nach dem Tod auf dem Friedhof. Eine Beschränkung auf die nächsten Angehörigen würde darum eine besondere Hörte bedeuten. Aus diesem Grund sollte nach Möglichkeit ein separierter, würdevoller Raum zur Verfügung stehen.

 Manche Traditionen betrachten es als unerlässlich, den Sterbenden auf den Boden zu legen. Wenn keine wichtigen Gründe dagegen sprechen, sollte auch das auf Wunsch der Angehörigen erlaubt sein.

 Hindus gehen davon aus, dass der Geist des Verstorbenen nach dem Tod noch einige Zeit anwesend ist. Darum sollte die Leiche bis zu ihrer Verbrennung nicht allein sein. Also gibt es die Tradition der Totenwache (die auch wesentlich für die Trauerarbeit der Hinterbliebenen sein kann). Vielleicht ist das im Spital nicht durchführbar. Trotzdem sollte man darauf achten, dass ein würdiger Abschied möglich ist. Falls gewünscht, den Hinterbliebenen auch nach dem Tod eine längere Zeit der Anwesenheit ermöglichen, auf Wunsch zumindest so lange, bis die Leiche von der Station gebracht wird.


HINDUISTISCHE RELIGIONSGESELLSCHAFT in ÖSTERREICH (HRÖ–)
In Zusammenarbeit mit Aswattha-Forum zur Integration von Hindus in Österreich
Verantwortlich: Christina Kundu (Obfrau Aswatthaforum u. stellv. Generalsekretärin HRÖ–),
Tel: (01)263 78 59 oder 0699/13021970 oder 0699/12637859 – e-mail:
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